Aktuelles/Stipendien

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Zum 100. Geburtstag von Erich Loest06.02.2026

Zum 100. Geburtstag von Erich Loest

 

Erich Loest, bedeutender Chronist und wichtiger deutscher Schriftsteller des 20. Jahrhunderts baute als VS-Bundesvorsitzender eine wichtige Brücke zu unseren polnischen Nachbarn

Am 24. Februar wäre der 1926 Geborene 100 Jahre geworden. Seine Leidenschaft galt der Literatur, für sie hat er stets Politik gemacht. Er kam zu Wort als Mittler zwischen gelebter Geschichte und einer heutigen Leserschaft; aber auch als Sachwalter kulturpolitischer Auseinandersetzungen. Für ihn hatte Romanliteratur die Aufgabe, historische Zeitabläufe, geschichtliche Verhältnisse, soziale Probleme und die damit verbundenen Spannungen aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu fokussieren. Sowohl literarisch als auch publizistisch setzte Erich Loest von Beginn an auf Klärung.

Seine Aufforderung zum Dialog führte der Schriftsteller immer auf vielfache Weise, auch als er mit großer Mehrheit im April 1994 in Aachen zum Vorsitzenden des Verbandes deutscher Schriftsteller VS gewählt wurde. Intensiv und energisch betrieb er die literarische Zusammenarbeit zwischen Polen und Deutschen. Sein Credo war: „Polen ist unser wichtigster, weil schwierigster Nachbar“. Deshalb kam Loest zum 12. Kongress des Verbandes mit einem Plan, der auf die Förderung polnischer Literatur in Deutschland zielte und zeitgleich deutscher Literatur in Polen. Für diese Initiative hatte er drei herausragende Schriftsteller gewonnen: Günter Grass, Siegfried Lenz und Marcel Reich-Ranicki und die ebenso prominente Schriftstellerin Christa Wolf. Alle vier stammten aus dem Gebiet des heutigen Polens. Der Auftakt seines Planes, der in die Geschichte des Verbandes später als „Polenplan“ einging, war die Arbeit an einer Anthologie, die zur Hälfte aus deutscher und polnischer Prosa bestand und unter dem Titel „Nach den Gewittern“ in beiden Sprachen erschien. Gemeinsam wurden zeitgleich mit der polnischen Botschaft als Start 50 Lesungen vorbereitet. Diese Zahl konnte in den Jahren 1994 bis 1997, in denen Erich Loest VS Bundesvorsitzender war, weit übertroffen werden. Allein in Sachsen fanden über 40 Lesungen statt, in denen deutsche Schriftsteller die übersetzten Texte ihrer polnischen Kollegen lasen. Erich Loest verkündete, dass „1995 die deutschen Lizenzen für polnische Ausgaben an der Spitze aller Sprachen lagen vor englisch, italienisch, französisch undsoweiter, exakt 10,9%.“ Außerdem befuhr ein Dampfer, auf dem deutsche und polnische Autoren aus ihren Büchern lasen, in dieser Zeit die Oder und Neiße. In nahezu allen Bundesländern präsentierten zum Auftakt des „Polenplans“ prominente Politiker wie Kurt Biedenkopf, Norbert Blüm, Johannes Rau in Lesungen polnische Literatur. So bewältigten Ost und West eine gemeinsame Aufgabe.

Erich Loests politische Bedeutung, die ihn gleichzeitig als einen maßgebenden Schriftsteller und Chronisten auszeichnete, war der umfassende Blick auf die tiefere Psychologie der Ereignisse, die sich in all seinen Büchern und kulturpolitischen Aktionen widerspiegelte; sowohl in Romanen, als auch in den politischen Essays, den dramatischen Arbeiten, den Reden. Sie waren die Konturen eines Schriftstellers, den die Städte Leipzig und Mittweida mit der Ehrenbürgerwürde, die Deutsche Nationalstiftung mit dem Deutschen Nationalpreis ausgezeichnet haben.

Beeindruckt von einer sich fortschreibenden Haltung war zu erleben, dass Erich Loest auf gänzlich andere Weise unterdrückten Persönlichkeiten einen ungewöhnlichen, öffentlichen Raum gab: Der Schriftsteller hatte den Maler Reinhard Minkewitz beauftragt, ein Bild zu malen in Erinnerung an Menschen, deren tragische Schicksale sich in dem Zeitraum 1946 bis 1960 mit der Leipziger Universität verknüpften. Für diese Form der öffentlichen Auseinandersetzung mit geschehenem Unrecht hatte er sich viele Jahre unermüdlich eingesetzt. Seit 2015 hängt das von Reinhard Minkewitz gemalte Bild „Aufrecht stehen“ im Hörsaalgebäude der Universität Leipzig.

Erich Loest gehörte zu den deutschen Kulturpolitikern und Schriftstellern, die die persönlichen gesamtdeutschen Erfahrungen vor dem Mauerbau und während der Zeit der problematischen Kontakte durch eine ideologische und reale Mauer hindurch zum Anlass genommen haben, konstruktiv mit einer neuen Chance nach 1989 umzugehen und anstehenden Dialogen nicht auszuweichen. Sein Bestreben war, die Probleme als gemeinsame, gesamtdeutsche zu verstehen und aufzuarbeiten.

 

Regine Möbius (1997 – 2019 Stellvertretende VS Bundesvorsitzende) und der Vorstand des Verbandes des deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller in Sachsen

 

An derVeranstaltungsreihe „100 Jahre Erich Loest" beteiligen sich im Februar 2026 in Leipzig u.a. die Universität Leipzig, das Literaturhaus, das Rahn Forum, die Sparkassenstiftungen Leipzig, das Book Hotel, die Erich-Loest-Bibliothek. Das Programm umfasst ein wissenschaftliches Kolloquium, Buchvorstellungen, eine Collage Loestscher Werke, Ausstellungen und Rundgänge, KI-Workshops für Schülerinnen und Schüler, Dialogformate und Filmvorführungen.

Einen Überblick über die Veranstaltungen zu Ehren von Erich Loests 100. Geburtstag gibt es hier: https://www.leipzig.de/leipzig-strategie/kulturpolitische-strategien/auf-dem-weg-zum-konzept-lebendige-erinnerungskultur/100-jahre-erich-loest

Neuer Stadtschreiber von Halle 2026 gesucht14.09.2025

Die Stadt Halle (Saale) vergibt zum 24. Mal das Stadtschreiberstipendium und sucht Autorinnen und Autoren, die sich für einen mehrmonatigen Aufenthalt in unserer kulturell vielfältigen Stadt begeistern können. Das Stipendium bietet die Möglichkeit, eigene literarische Projekte umzusetzen und Inspiration aus dem Leben und der Kultur Halles zu schöpfen.

Eckdaten zur Ausschreibung:

    Bewerbungsfrist: 20. Oktober 2025
    Stipendiendauer: 6 Monate (1. April – 30. September 2026)
    Monatliches Salär: 1.250 Euro
    Unterkunft: Kostenfreie möblierte Wohnung in Halle

Den vollständigen Ausschreibungstext mit allen Details finden Sie hier: Stadtschreiberin oder Stadtschreiber für 2026 in Halle (Saale) gesucht.

Woche der Meinungsfreiheit (3.–10. Mai 2025) – Videobeiträge aus dem Verband gesucht25.04.2025

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

vom 3. bis 10. Mai 2025 findet erneut die Woche der Meinungsfreiheit statt – eine Initiative des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, unterstützt von zahlreichen gesellschaftlichen Akteurinnen, Gewerkschaften, Medienhäusern, Buchhandlungen, Bibliotheken und zivilgesellschaftlichen Organisationen. Auch wir als **Verband deutscher Schriftstellerinnen in ver.di** sind zur aktiven Teilnahme eingeladen und möchten uns mit einem sichtbaren Zeichen für freie Meinungsäußerung, Presse- und Publikationsfreiheit beteiligen.

 

Die Woche der Meinungsfreiheit will deutlich machen: Demokratie lebt vom freien Wort. In Zeiten zunehmender Desinformation, populistischer Narrative, digitaler Hetze und repressiver staatlicher Maßnahmen in vielen Teilen der Welt ist die freie Meinungsäußerung kein Selbstläufer.

Die Woche stellt Veranstaltungen, Veröffentlichungen und Aktionen ins Zentrum, die sich für eine lebendige demokratische Debattenkultur und gegen Zensur und Diskriminierung richten. Mit dabei sind prominente Autor:innen, Journalist:innen, Verlage und viele mehr. Unsere Stimmen als Schreibende sind dabei besonders gefragt.
Unser Beitrag: 3-Minuten-Videos aus dem Schriftstellerverband

Wir rufen deshalb alle Mitglieder auf, die sich beteiligen möchten, ein kurzes Video (max. 3 Minuten) zu erstellen, in dem sie aus ihrer persönlichen, literarischen oder politischen Perspektive zur Bedeutung von Meinungsfreiheit Stellung nehmen. Der Beitrag kann literarisch, essayistisch oder dokumentarisch gestaltet sein – wichtig ist die Haltung, die transportiert wird.

Die Videos werden auf You Tube und der ver.di-Website zur Woche der Meinungsfreiheit veröffentlicht und tragen unsere Position als gewerkschaftlich organisierte Autor:innen in die Öffentlichkeit.

Einsendeschluss: 5. Mai 2025
Empfängeradresse: leander.sukov (at)  schriftstellerverband.org
Format: mp4 oder vergleichbar, max. 3 Minuten

Mit der Einsendung erklären die Teilnehmenden:
- dass sie über alle Rechte an Text und Bild verfügen,
 - dass sie die Veröffentlichung der Videos durch ver.di für einen unbestimmten Zeitraum kostenfrei gestatten.

Mit solidarischen Grüßen
für den Bundesvorstand
Leander Sukov

Honorarumfrage für Schreibende25.04.2025

Für wie wenig machst du es?
Wie groß ist dein Stück vom Kuchen?
Bist du unbezahlbar?

Welche Honorare erhalten deutschsprachige Autor*innen für ihre Bücher bei Verlagen? Was für Einkommen erzielen Selfpublisher*innen mit ihren Büchern?

 

Bis 31.05.2025 mitmachen bei der bundesweiten anonymen Datenerhebung, um dein Einkommen langfristig zu verbessern:
https://www.soscisurvey.de/honorarumfrage
(Die aktuelle Umfrage bezieht sich auf Einkommen aus 2024.)


Vielen Dank für eure Unterstützung!

Frohe Feiertage und einen guten Rutsch13.12.2024

Wir wünschen allen Mitgliedern schöne Feiertage, eine erholsame Zeit mit der Familie, vor allem aber viel Gesundheit, Kraft, kreative Momente und einen guten Rutsch ins neue Jahr 2025!

 

Der Vorstand

Christoph Hein: Was kann und soll Literatur06.12.2024

Der von Christoph Hein zu unserem 30-jährigen Jubiläum vorgetragende Text kann hier noch einmal nachgelesen werden. Herzlichen Dank, lieber Christoph Hein, dass wir ihn auf unsere Homepage stellen durften!

30 Jahre VS Sachsen Impressionen05.12.2024
Letzte Woche feierten wir 30 Jahre VS Sachsen mit Ehrengast Christoph Hein, Regine Möbius, Katharina Bendixen, Peter Schneider, Fabian Niermann (Saxophon), Bertram Reinecke, Caritas Führer u.v.a. Gästen. Es moderierten Liv Marie Bahrow/Claudia Rikl, Kurt Mondaugen und Roman Israel. Herzlichen Dank an Torsten Arend und Carmen Laux vom Leipziger Literaturhaus, Frau Littkopf von der Kulturstiftung Sachsen, Frau Brodhuhn vom Kulturamt Leipzig, ver.di, die Vorstandsmitglieder des VS Sachsen Diana Feuerbach, Nils Müller, Jörg Jacob für die Organisation sowie an alle weiteren Mitwirkenden, Helfer, VS Mitglieder und das Publikum. 
 

Fotos: Carmen Laux (Literturhaus Leipzig)

 

LVZ schreibt über unser 30-jähriges VS-Jubiläum24.11.2024

Die LVZ hat über unser 30-jähriges Jubiläum u.a. mit Ehrengast Christoph Hein im Leipziger Haus des Buches geschrieben. Hier geht's zum Artikel.

MDR-Interview: Schriftstellerverband Sachsen feiert23.11.2024

Am 22.11. feierten wir mit vielen Gästen unser 30-jähriges Bestehen. Im Literaturhaus Leipzig diskutierten u.a. VS-Mitglieder nach einem Vortrag des Autors Christoph Hein über die Aufgabe und Bedeutung von Literatur in der Gegenwart.

 

Hier geht es zum Interview mit Vorstandsmitglied Kurt Mondaugen zu 30 Jahre Schriftstellerverband Sachsen.

AUSGEBUCHT! 22.11. 30 Jahre VS Sachsen20.11.2024

 „Was kann und soll Literatur?“


Lesung und Gespräch mit Christoph Hein, Katharina Bendixen, Regine Möbius, Peter Schneider, Bertram Reinecke / weitere Mitwirkende: Caritas Führer, Roman Israel, Kurt Mondaugen, Claudia Rikl, Fabian Niermann

 

1994 wurde in Leipzig der Sächsische Schriftstellerverband gegründet. Heute hat der VS Sachsen rund 80 Mitglieder: Frauen und Männer aller Altersgruppen, die ein breites literarisches Spektrum repräsentieren. Aus Anlass des 30jährigen Jubiläums gibt es an diesem Abend eine außergewöhnliche Veranstaltung im Literaturhaus Leipzig, die Gegenwart und Vergangenheit auf elektrisierende Weise verbindet. Ehrengast der Veranstaltung ist Christoph Hein. Er liest aus seinen Werken und diskutiert mit den Leipziger Schriftstellerinnen Regine Möbius und Katharina Bendixen über die Bedeutung von Literatur in ihrer Zeit.
Der zweite Teil des Abends erinnert dann an namhafte Mitglieder des VS Sachsen wie Erich Loest, Werner Heiduczek, Roswitha Geppert, Rainer Klis u.a. Aus ihren Texten liest der Schauspieler Peter Schneider. Aber auch Stimmen der Gegenwart kommen zu Wort.


Musik: Fabian Niermann (Saxophon)

 

Eine Kooperation des VS Sachsen mit dem Literaturhaus Leipzig.


Eintritt frei

 

(Fotocredits (n Reihenfolge: Foto Chr.Hein: Heike Steinweg/Suhrkamp Verlag. Foto R.Möbius: Christian Polentz. Foto K.Bendixen: Gert Mothes. Foto Peter Schneider: Wolfgang Eschenhagen. Foto Bertram Reineke: Jörn Hausner)

KulturamtLeipziger BuchmesseLiteraturhaus LeipzigBörsenvereinzu mediafon

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